Wer nach „Dune“ sucht, landet erstaunlich schnell bei einer kleinen Verwirrung: Meint man die neuen Filme von Denis Villeneuve, alle bisherigen Kinoverfilmungen oder überhaupt alle Produktionen, die zur Welt von Frank Herbert gehören? Gerade nach dem Erfolg von Dune: Part Two wird die Frage immer häufiger gestellt – und die einfache Antwort „zwei“ ist inzwischen schon wieder veraltet.
Ich kenne diesen Moment aus Gesprächen mit Lesern ziemlich gut: Man hat Dune und Dune: Part Two gesehen, hört von einem dritten Teil und entdeckt dann plötzlich noch einen Film aus dem Jahr 1984 sowie Serien. Ganz so kompliziert ist die Sache nicht, wenn man die verschiedenen Verfilmungen sauber auseinanderhält. Für die Kinoreihe von Denis Villeneuve lässt sich der aktuelle Stand sogar ziemlich klar bestimmen.
Die kurze Antwort: Wie viele Dune-Filme gibt es?
Bis Oktober 2026 gibt es zwei veröffentlichte Dune-Kinofilme von Denis Villeneuve: Dune aus dem Jahr 2021 und Dune: Part Two aus dem Jahr 2024. Ein dritter Film ist bereits offiziell angekündigt und trägt den Titel Dune: Part Three. Der derzeit angegebene Kinostart ist der 18. Dezember 2026. Das Datum wird von Legendary offiziell geführt.
Damit kommt man bei der aktuellen Villeneuve-Reihe auf drei Filme, sobald der dritte Teil erschienen ist. Wichtig ist allerdings die kleine Einschränkung: Dune: Part Three ist zum jetzigen Zeitpunkt noch kein bereits veröffentlichter Film. Wer also heute wissen möchte, wie viele Teile man tatsächlich ansehen kann, beginnt mit zwei.
Die Sache wird interessanter, wenn man die ältere Verfilmung von David Lynch dazuzählt. Dune von 1984 erzählt ebenfalls die Geschichte aus Frank Herberts erstem Roman, steht aber nicht in derselben Filmreihe wie Villeneuves Version. Es handelt sich um eine eigenständige Adaption. Deshalb würde ich einem Zuschauer, der einfach die aktuelle Reihe sehen möchte, nicht empfehlen, den Lynch-Film zwischen die beiden neuen Filme zu schieben.
Warum „Dune“ von 2021 eigentlich nur die halbe Geschichte erzählt
Beim ersten Villeneuve-Film sorgt schon der Titel für ein kleines Missverständnis. Dune aus dem Jahr 2021 ist nicht die vollständige Verfilmung des ersten Romans. Der Film adaptiert ungefähr die erste Hälfte von Frank Herberts Dune. Legendary führt den Film mit dem ursprünglichen Kinostart vom 1. Oktober 2021.
Das erklärt auch, warum der Film an einer Stelle endet, an der sich die Handlung für jemanden, der das Buch nicht kennt, fast ungewöhnlich offen anfühlt. Paul Atreides ist zu diesem Zeitpunkt noch längst nicht dort angekommen, wo seine Geschichte im Roman ihren eigentlichen politischen und persönlichen Druck entwickelt. Die Begegnung mit den Fremen, die Beziehung zu Chani und der Konflikt mit dem Haus Harkonnen werden erst danach richtig ausgearbeitet.
Ich halte diese Aufteilung für einen der Gründe, warum man Dune und Dune: Part Two am besten als zusammengehöriges Filmerlebnis betrachtet. Der erste Film nimmt sich viel Zeit für Arrakis, die Familie Atreides, die Bene Gesserit und die politischen Zusammenhänge. Der zweite Teil kann dadurch deutlich schneller in die eigentliche Handlung einsteigen.
Dune: Part Two ist kein Spin-off, sondern die direkte Fortsetzung
Dune: Part Two kam am 1. März 2024 ins Kino. Legendary beschreibt den Film ausdrücklich als Fortsetzung von Villeneuves erster Adaption und führt erneut Denis Villeneuve als Regisseur.
Die Handlung setzt unmittelbar dort an, wo der erste Film aufgehört hat. Paul Atreides lebt nun unter den Fremen, während sich seine Verbindung zu Chani vertieft und gleichzeitig sein möglicher Weg an die Spitze immer deutlicher wird. Der Film verschiebt dabei auch seinen eigenen Schwerpunkt: Aus der eher langsamen Einführung in die Welt von Arrakis wird zunehmend ein Film über Krieg, Macht, Religion und die Konsequenzen von Pauls Entscheidungen.
Das merkt man auch an der Inszenierung. Der erste Teil hat viele Momente, in denen man einfach eine Landschaft, ein Raumschiff oder die Architektur von Arrakis auf sich wirken lässt. In Part Two sind die Bilder weiterhin riesig, aber die Handlung bewegt sich wesentlich aggressiver vorwärts. Deshalb funktionieren die beiden Filme zusammen besser, als wenn man sie als zwei voneinander unabhängige Science-Fiction-Filme betrachtet.
Und dann gibt es noch den Dune-Film von 1984
Bevor Villeneuve seine Version in Angriff nahm, gab es bereits eine große Kinoproduktion: David Lynchs Dune aus dem Jahr 1984. Für die Zählung aller Kinofilme zur Buchvorlage muss man ihn natürlich berücksichtigen. Für die aktuelle Reihe zählt er aber nicht als „Teil 1“ vor Villeneuves Dune.
Das ist ein wichtiger Unterschied, weil man sonst schnell bei der merkwürdigen Vorstellung landet, Villeneuves Film sei eine Art Fortsetzung des Lynch-Films. Das ist er nicht. Beide Filme greifen auf denselben ersten Roman von Frank Herbert zurück, erzählen die Geschichte aber in jeweils eigener Form.
Wer beide Fassungen kennt, bekommt deshalb eher einen interessanten Vergleich als eine fortlaufende Handlung. Lynchs Film versucht, sehr viel Material in einen einzelnen Kinofilm zu packen. Villeneuve entschied sich dagegen dafür, Herberts Roman aufzuteilen und die Welt deutlich ausführlicher aufzubauen. Allein diese Entscheidung verändert das Tempo und die Wirkung erheblich.
Der dritte Film: Was kommt mit Dune: Part Three?
Der nächste Kinofilm heißt offiziell Dune: Part Three. Legendary nennt den 18. Dezember 2026 als Veröffentlichungstermin und führt Warner Bros. als Verleih.
Für mich ist dabei besonders interessant, dass Villeneuve den dritten Film nicht einfach als „noch mehr von Teil zwei“ angelegt hat. In den bisherigen Aussagen zum Projekt wurde ein anderer Ton angekündigt. Part Three soll sich stärker wie ein Thriller anfühlen und nicht lediglich die Schlachten und großen Bilder der vorherigen Filme wiederholen. Variety berichtete 2026 über Villeneuves Beschreibung des Films als schneller, emotionaler und stärker auf Spannung ausgerichtet.
Auch beim Ausgangsmaterial verschiebt sich der Fokus. Nach den Ereignissen aus Dune und Dune: Part Two geht es nicht einfach darum, dieselbe Geschichte noch einmal größer zu erzählen. Dune: Part Three greift Material aus Herberts zweitem Dune-Roman Der Herr des Wüstenplaneten (Dune Messiah) auf. Damit macht die Reihe einen zeitlichen und thematischen Sprung, der für Zuschauer ohne Kenntnis der Bücher durchaus überraschend sein kann.
Genau deshalb würde ich bei Informationen über den dritten Teil vorsichtig mit vermeintlichen „Dune 3“-Zusammenfassungen aus dem Internet umgehen. Viele davon vermischen Buchinhalte, Gerüchte und offiziell bestätigte Details. Der Film befindet sich 2026 längst in einer konkreten Produktionsphase; Legendary führt bereits die offizielle Filmseite und den Kinostart.
Die Dune-Filme im direkten Überblick
Wenn man nur die großen Kinofilme betrachtet, lässt sich die Situation angenehm übersichtlich darstellen:
- Dune (1984) – David Lynchs eigenständige Verfilmung von Frank Herberts erstem Roman.
- Dune (2021) – Denis Villeneuves Beginn einer neuen Adaption, die ungefähr die erste Hälfte des ersten Romans behandelt.
- Dune: Part Two (2024) – die direkte Fortsetzung von Villeneuves Film und Abschluss der Adaption des ersten Romans.
- Dune: Part Three (2026, geplant) – der nächste Kinofilm von Denis Villeneuve, mit derzeit offiziell angegebenem Start am 18. Dezember 2026.
Diese Zählweise verhindert eine häufige Verwechslung: Es gibt derzeit drei veröffentlichte bzw. erschienene Kinofilme, wenn man den Film von 1984 und die beiden neuen Filme zusammenzählt. Gleichzeitig existieren innerhalb von Villeneuves aktueller Reihe bislang nur zwei veröffentlichte Filme, während der dritte angekündigt ist.
Was ist mit Dune: Prophecy?
Spätestens hier wird aus einer einfachen Filmfrage eine Frage nach dem gesamten Franchise. Dune: Prophecy gehört eindeutig zum Dune-Universum, ist aber keine weitere Kinofilm-Fortsetzung. Es handelt sich um eine Fernsehserie von HBO, die im November 2024 gestartet ist. Die Geschichte spielt ungefähr 10.000 Jahre vor der Zeit von Paul Atreides und konzentriert sich unter anderem auf die Entstehung der Bene Gesserit.
Für die Frage „Wie viele Dune-Filme gibt es?“ würde ich die Serie deshalb nicht mitzählen. Für die Frage „Welche Dune-Verfilmungen gibt es überhaupt?“ gehört sie dagegen unbedingt erwähnt. Sie zeigt außerdem ganz gut, wohin sich das Franchise entwickelt: Arrakis und die Geschichte von Paul Atreides sind nur ein Teil einer wesentlich größeren Welt.
Gerade die zeitliche Einordnung macht Prophecy interessant. Wer nach Dune: Part Two direkt eine Fortsetzung der Geschichte erwartet, wird hier in eine völlig andere Epoche versetzt. Die Serie erzählt nicht einfach weiter, was mit Paul und Chani passiert.
Kommt nach Part Three noch ein vierter Dune-Film?
Hier lohnt sich Zurückhaltung. Der derzeit konkrete nächste Kinofilm ist Dune: Part Three. Für eine weitere Fortsetzung unter Villeneuves Regie sollte man nicht einfach aus dem Erfolg der bisherigen Filme auf einen vierten Teil schließen.
Das hat auch mit der Struktur der Buchreihe zu tun. Nach Dune Messiah folgen weitere Romane Frank Herberts, darunter Children of Dune, God Emperor of Dune, Heretics of Dune und Chapterhouse: Dune. Die Welt würde also genügend Material für weitere Adaptionen bieten. Ob daraus tatsächlich weitere Kinofilme entstehen, ist aber eine andere Frage.
Bei Villeneuves Trilogie zeichnet sich vielmehr ein bewusst begrenzter Bogen ab. Der Regisseur hat wiederholt davon gesprochen, Pauls Geschichte mit dem dritten Film abzuschließen. Das bedeutet nicht automatisch, dass damit jede filmische Dune-Geschichte endet. Es bedeutet zunächst nur, dass die von ihm erzählte Geschichte um Paul Atreides einen vorgesehenen Abschluss erhält. Aktuell sollte man deshalb zwischen bestehenden Filmen, offiziell angekündigten Projekten und bloßen Möglichkeiten unterscheiden.
In welcher Reihenfolge sollte man Dune schauen?
Wenn du bisher keinen der neuen Filme gesehen hast, würde ich die Sache erstaunlich einfach halten: zuerst Dune von 2021, danach Dune: Part Two von 2024. Den Film von 1984 würde ich nicht davor einschieben. Er ist eine alternative Adaption und keine notwendige Vorgeschichte.
Wer anschließend neugierig auf unterschiedliche Interpretationen wird, kann Lynchs Dune als interessante zweite Sicht auf denselben Ausgangsstoff ansehen. Dabei hilft es, nicht mit der Erwartung heranzugehen, eine „fehlende Episode“ der neuen Reihe zu finden. Es sind zwei verschiedene filmische Versuche, mit einem Roman umzugehen, der lange als besonders schwierig zu verfilmen galt.
Und dann bleibt der Blick nach vorn: Dune: Part Three ist für den 18. Dezember 2026 angekündigt. Damit wird aus den bislang zwei Filmen von Villeneuve eine geplante Trilogie.
Vielleicht ist genau das die angenehmste Art, die Dune-Filmreihe zu betrachten. Sie besteht nicht aus einer endlosen Reihe von Fortsetzungen, die jedes Jahr einen neuen Abschnitt derselben Formel liefern. Bisher fühlt sie sich eher wie ein bewusst gebautes Projekt an: ein erster Film, der eine Welt öffnet, ein zweiter, der die Konsequenzen entfesselt, und ein dritter, der diese Entwicklung weiterführt. Ob danach wieder ein anderer Filmemacher durch die Türen von Arrakis geht, bleibt offen. Sicher ist nur, dass die Welt groß genug dafür wäre – und dass man bei Dune besser zweimal hinschaut, bevor man aus einer Zahl auf die ganze Geschichte schließt.
Illustrationen und Bilder: Magnific (https://www.magnific.com)
Düstere Geschichten, überraschende Wendungen und Figuren mit mehr als nur einer Seite – genau dort wird es interessant. Besonders spannend sind Filme und Serien, die noch lange nach dem Abspann Fragen im Kopf hinterlassen.
