Wer in den vergangenen Jahren einen neuen Star-Wars-Film erwartet hat, musste sich an einen ungewohnten Rhythmus gewöhnen. Nach Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers im Dezember 2019 blieb die große Leinwand erstaunlich lange leer. Natürlich war die Galaxis nicht verschwunden – mit The Mandalorian, Andor, Ahsoka und weiteren Serien lief ständig neues Material. Trotzdem ist es etwas anderes, an einem Freitagabend vor einer Kinoleinwand zu sitzen und die vertraute Titelmelodie in voller Lautstärke zu hören.
Inzwischen ist die Wartezeit tatsächlich vorbei. The Mandalorian & Grogu kam am 22. Mai 2026 ins Kino und hat Star Wars nach mehr als sechs Jahren wieder als Kinofilm zurückgebracht. Doch schon jetzt richtet sich der Blick auf den nächsten Schritt. Und hier wird es erfreulich konkret: Der nächste neue Star-Wars-Kinofilm heißt Star Wars: Starfighter und soll am 28. Mai 2027 starten.
Der nächste Film heißt „Star Wars: Starfighter“
Bei diesem Projekt lohnt es sich, zwischen bestätigten Informationen und den zahlreichen Gerüchten rund um Star Wars zu unterscheiden. Bei Starfighter müssen wir nämlich nicht mehr über ein vages Entwicklungsprojekt sprechen. Lucasfilm hat den Titel, den Regisseur, die Hauptbesetzung und den Kinostart offiziell bekannt gegeben. Regie führt Shawn Levy, bekannt unter anderem für Deadpool & Wolverine, und Ryan Gosling übernimmt die Hauptrolle des Kade Auberon.
Interessant finde ich vor allem, dass Lucasfilm den Film ausdrücklich als eigenständiges Abenteuer bezeichnet. Das klingt zunächst unspektakulär, ist für die Zukunft der Reihe aber durchaus wichtig. Nach drei Episoden der Skywalker-Saga, mehreren Ablegern und einem immer dichter werdenden Netz aus Disney+-Serien ist es angenehm, wenn eine neue Geschichte nicht schon vor dem Kinobesuch ein halbes Dutzend Erklärungen benötigt.
Die Handlung spielt ungefähr fünf Jahre nach den Ereignissen von Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers. Damit bleibt Starfighter zwar in der Zeitlinie relativ nah an der bisherigen Saga, folgt aber neuen Figuren. Ryan Gosling spielt Kade Auberon, einen Charakter, über den Lucasfilm bislang bewusst nur wenig verraten hat. Die offizielle Beschreibung spricht von einem zynischen Einzelgänger, dessen geheimnisvolle Vergangenheit ihn in ein gefährliches Abenteuer hineinzieht.
Warum der 28. Mai 2027 mehr bedeutet als nur ein weiteres Datum
Der 28. Mai 2027 liegt nicht zufällig so nah am Memorial-Day-Wochenende in den USA. Das ist traditionell ein wichtiger Zeitraum für große Kinoproduktionen. Für Star Wars passt dieser Termin außerdem erstaunlich gut, weil das Franchise seit jeher stark mit dem Gefühl verbunden ist, einen Film als großes gemeinsames Kinoereignis zu erleben.
Nach der langen Pause seit 2019 hat sich die Wahrnehmung der Reihe verändert. Früher war ein neuer Star-Wars-Film fast schon ein regelmäßiger Bestandteil des Kinojahres. Zwischen 2015 und 2019 kamen The Force Awakens, Rogue One, The Last Jedi, Solo und schließlich The Rise of Skywalker. Danach verlagerte sich der Schwerpunkt deutlich auf Disney+.
Dass nun innerhalb eines Jahres zwei Kinofilme erscheinen, ist deshalb bemerkenswert. The Mandalorian & Grogu hat die Rückkehr auf die große Leinwand eingeleitet, Starfighter soll diese Bewegung fortsetzen. Lucasfilm führt den Film inzwischen offiziell als kommenden Kinostart und hat bei der D23 im August 2026 nochmals bestätigt, dass er im Mai 2027 in die Kinos kommt.
Wer neben Ryan Gosling dabei ist
Der Name Ryan Gosling sorgt natürlich für besonders viel Aufmerksamkeit. Für Star Wars ist er zugleich eine interessante Besetzung, weil er bisher nur selten so eindeutig Teil einer großen Franchise-Welt war. In Starfighter steht er nicht allein im Mittelpunkt. Zum Ensemble gehören unter anderem Amy Adams, Matt Smith, Mia Goth, Aaron Pierre, Jamael Westman, Daniel Ings und Flynn Gray.
Gerade Matt Smith und Amy Adams dürften bei vielen Zuschauern sofort Fragen auslösen. Welche Rollen sie spielen, ist bislang nur teilweise beziehungsweise gar nicht offiziell erklärt worden. Bei Star Wars würde ich deshalb vorsichtig damit umgehen, aus jedem Casting-Gerücht bereits eine konkrete Figur oder eine Verbindung zu früheren Filmen abzuleiten. Das hat sich in der Vergangenheit oft als falsche Fährte erwiesen.
Spannender ist die Kombination aus einem etablierten Hollywood-Star und einer Reihe von Schauspielern, die nicht einfach bekannte Star-Wars-Figuren übernehmen. Lucasfilm scheint hier tatsächlich eine neue Gruppe aufzubauen. Das passt zu der Aussage, dass Starfighter eine vollständig neue Geschichte mit neuen Charakteren erzählt.
Shawn Levy übernimmt die Regie – und das ist durchaus interessant
Shawn Levy ist nicht der typische Name, den ich spontan mit Star Wars verbinden würde. Genau darin liegt für mich ein Teil des Reizes. Seine Filmografie reicht von Night at the Museum über Free Guy bis zu Deadpool & Wolverine. Er kann großes Unterhaltungskino, arbeitet mit bekannten Schauspielern und hat ein gutes Gespür für Tempo und Humor. Gleichzeitig muss er mit Starfighter zeigen, dass diese Qualitäten auch innerhalb einer Welt funktionieren, deren Ton über Jahrzehnte gewachsen ist.
Das Drehbuch stammt von Jonathan Tropper. Levy produziert gemeinsam mit Kathleen Kennedy; als ausführende Produzenten sind unter anderem Ryan Gosling und Dave Filoni beteiligt. Der Film ist also nicht als kleines Experiment außerhalb der bisherigen Lucasfilm-Strukturen entstanden, sondern befindet sich fest im offiziellen Filmprogramm des Studios.
Ein Detail gefällt mir dabei besonders: Die Produktion ist nicht mehr nur ein Projekt auf einer Liste. Lucasfilm hatte bereits 2025 bestätigt, dass die Dreharbeiten begonnen haben, und der vollständige Cast wurde damals ebenfalls bekannt gegeben. Im Frühjahr 2026 berichtete Levy zudem, dass er sich in der Postproduktion beziehungsweise im Schnitt befinde.
Was wir über die Handlung wissen – und was besser noch offenbleibt
Die offiziellen Informationen sind bewusst knapp. Sicher ist, dass die Geschichte ungefähr fünf Jahre nach The Rise of Skywalker angesiedelt ist. Kade Auberon, gespielt von Gosling, wird von seiner Vergangenheit eingeholt und gerät dadurch in ein Abenteuer, das ihn quer durch die Galaxis führt. Mehr sollte man derzeit nicht hineinlesen.
Das ist für mich einer der Fälle, in denen wenig Information eher angenehm als enttäuschend ist. Bei früheren Star-Wars-Filmen wurden Handlungspunkte teilweise Monate oder Jahre vor dem Kinostart diskutiert, analysiert und anhand von Setfotos rekonstruiert. Bei Starfighter gibt es dagegen noch genug Raum für Überraschungen.
Auch die zeitliche Einordnung ist interessant. Der Film setzt nach dem Ende der Skywalker-Saga an, ohne deren Figuren zwingend in den Mittelpunkt zu stellen. Damit könnte Lucasfilm einen Weg testen, wie Star Wars nach Episode IX funktionieren kann: nicht durch einen kompletten Neustart, sondern durch neue Geschichten innerhalb derselben Galaxis.
Und was ist mit Rey, den Jedi und den anderen angekündigten Filmen?
Hier wird die Sache deutlich unübersichtlicher. Lucasfilm hat in den vergangenen Jahren mehrere Star-Wars-Filme angekündigt, die sich in sehr unterschiedlichen Entwicklungsstadien befinden. Dazu gehören unter anderem Projekte von James Mangold, Dave Filoni und Sharmeen Obaid-Chinoy. Der Film von Obaid-Chinoy soll nach The Rise of Skywalker spielen und Daisy Ridley erneut als Rey zeigen, die einen neuen Jedi-Orden aufbaut. Mangolds Projekt wiederum soll sich mit den Anfängen der Jedi beschäftigen, während Filonis Film die Handlungsstränge rund um The Mandalorian, Ahsoka und weitere Serien zusammenführen soll.
Entscheidend ist allerdings: Für diese Projekte gibt es derzeit nicht denselben verbindlichen Kinostart wie für Starfighter. Genau hier entstehen im Internet viele irreführende Übersichten. Ein angekündigter Star-Wars-Film ist noch lange kein Film, dessen Kinostart unmittelbar bevorsteht. Lucasfilm hat in den vergangenen Jahren mehrfach Projekte vorgestellt, verschoben oder in ihrer Form verändert. Selbst alte Ankündigungen wie Rogue Squadron zeigen, wie vorsichtig man mit vermeintlich festen Zukunftsplänen umgehen sollte.
Wer also konkret wissen möchte, wann der nächste Star-Wars-Film im Kino läuft, braucht momentan keine komplizierte Liste. Die derzeit klare Antwort lautet: Star Wars: Starfighter startet am 28. Mai 2027. Alles danach gehört eher in die Kategorie „in Entwicklung“, solange Lucasfilm keinen entsprechenden Termin bestätigt.
Ein kleiner Star-Wars-Moment kommt sogar noch vor „Starfighter“
2027 wird für die Reihe ohnehin ein besonderes Jahr. Zum 50. Jahrestag von Star Wars bringt Lucasfilm den ursprünglichen Film von 1977 noch einmal ins Kino. Die restaurierte Fassung von Star Wars, später als Eine neue Hoffnung bekannt, soll ab dem 19. Februar 2027 für begrenzte Zeit weltweit in die Kinos zurückkehren.
Das finde ich fast genauso interessant wie den neuen Film. Wer Star Wars ursprünglich im Kino erlebt hat, bekommt damit eine seltene Gelegenheit, den Anfang der Saga wieder auf der großen Leinwand zu sehen. Und für jüngere Fans entsteht die etwas kuriose Situation, dass innerhalb weniger Monate ein fast fünfzig Jahre alter Film und ein komplett neues Abenteuer derselben Reihe nebeneinander im Kinoprogramm stehen.
Lucasfilm hat außerdem angekündigt, dass sowohl der ursprüngliche Film als auch Starfighter 2027 in IMAX 70mm gezeigt werden sollen. Damit bekommt das Jubiläumsjahr auch technisch einen gewissen Kinofokus, statt ausschließlich aus neuen Streaming-Inhalten zu bestehen.
Was ich von „Starfighter“ momentan erwarten würde
Ich würde bei diesem Film bewusst nicht mit der Erwartung hineingehen, dass er die nächste Episode einer neuen Skywalker-Saga sein muss. Dafür ist die Ausgangslage zu interessant. Ryan Gosling spielt eine neue Figur, Shawn Levy bekommt eine eigene Geschichte und die Handlung bewegt sich zeitlich nach der bisherigen Hauptsaga. Das gibt dem Film mehr Luft, als es bei einer direkten Fortsetzung von Reys Geschichte der Fall wäre.
Gleichzeitig bleibt Star Wars natürlich Star Wars. Lichtschwerter, Macht und bekannte Symbole gehören zum kulturellen Gepäck der Reihe. Entscheidend wird deshalb sein, ob Starfighter daraus eine eigene Identität entwickelt oder lediglich vertraute Elemente neu arrangiert. Genau das lässt sich vor dem Kinostart noch nicht seriös beantworten.
Für mich ist deshalb momentan weniger die Frage interessant, ob der Film „gut“ oder „schlecht“ werden wird. Viel spannender ist, welche Art von Star Wars Lucasfilm nach der langen Kinopause eigentlich erzählen möchte. Mit The Mandalorian & Grogu wurde zunächst ein bereits bekannter Serienkosmos auf die große Leinwand übertragen. Starfighter geht einen anderen Weg und stellt neue Figuren in den Mittelpunkt.
Vielleicht ist genau dieser Unterschied der wichtigste Punkt. Star Wars muss nicht jedes Mal größer, lauter und stärker mit der alten Saga verbunden sein. Manchmal reicht eine neue Figur, ein fremder Planet und das Gefühl, dass hinter dem nächsten Hyperraumsprung tatsächlich noch eine Geschichte wartet, die wir bisher nicht kennen.
Wenn man also heute, Ende September 2026, nach dem nächsten Star-Wars-Film fragt, ist die Antwort erfreulich einfach: Am 28. Mai 2027 kommt „Star Wars: Starfighter“ ins Kino. Bis dahin dürfte noch einiges über Kade Auberon, seine Vergangenheit und die übrigen Figuren ans Licht kommen. Ich würde mir allerdings wünschen, dass Lucasfilm nicht zu viel davon verrät. Nach Jahren, in denen Star Wars oft schon Monate vor dem Kinostart komplett zerlegt und erklärt wurde, wäre es beinahe schön, wieder einmal im Kino zu sitzen und nicht genau zu wissen, was hinter der nächsten Tür wartet.
Illustrationen und Bilder: Magnific (https://www.magnific.com)
Düstere Geschichten, überraschende Wendungen und Figuren mit mehr als nur einer Seite – genau dort wird es interessant. Besonders spannend sind Filme und Serien, die noch lange nach dem Abspann Fragen im Kopf hinterlassen.
